Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass unsere Gesundheit auch von unserer Ernährung abhängig ist. Sicher lesen und hören auch Sie immer wieder verschiedenste Informationen über gesunde Ernährung und darüber wie Nahrungsmittel unseren Gesundheitszustand beeinflussen können. Die Vielfalt an empfohlenen Diäten ist schier unendlich. Wir wollen die Erfolge dieser Diäten nicht anzweifeln, bei unserem Bericht geht es jedoch um einen völlig anderen medizinischen Hintergrund.


Theorie

Es ist nicht immer leicht, das Medizinerlatein zu verstehen, zumal im persönlichen Gespräch oft wenig Zeit bleibt, Allergien, Proteine, Antikörper um alle Fragen umfassend zu besprechen.


Medizinische Grundlagen

Allergien

Die Medizin unterscheidet vier, im folgenden dargestellten, klassische Allergieformen:

 AllergieTyp I
 Typ II
Typ III
 Typ IV
Name =
Reaktionstyp
anaphylaktisch
 zytotoxisch Immunkomplexzellvermittelt
 beteiligte
Antikörper
 IgEIgG, IgM
 IgG, IgM, IgA
spezifisch
sensibilierte
T-Lymphozyten
 Reaktionszeit Sekunden bis
Minuten
 einige Stunden
Minuten bis
Stunden
 12 bis 72
Stunden

Wie man sehen kann, sind bei den verschiedenen Allergietypen unterschiedliche Klassen von Antikörpern beteiligt.

Nahrungsmittel betreffend ist am bekanntesten die Allergie vom Typ I, die klassische Nahrungsmittelallergie. Sie wird durch die Antikörper der Klasse Immunglobulin E (kurz IgE) vermittelt. Dabei zeigt der Betroffene innerhalb kürzester Zeit heftige, bisweilen lebensbedrohliche Symptome wie Atemnot, Ödeme (Wasseransammlungen), starken Juckreiz oder Hautausschläge. Die Lebensmittel, auf die man reagiert, werden aufgrund der heftigen Symptome meist schon in der Kindheit entdeckt. Am bekanntesten ist hierbei wahrscheinlich die relativ weit verbreitete Ernußallergie, wegen der bereits mehrere Fluggesellschaften Erdnußsnacks aus dem Programm genommen haben. Denn einige PAtienten reagieren bereits auf den Erdnußsstaub in der Atemluft.

Diese Nahrungsmittelallergien vom Typ I sind allerdings relativ selten.


Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Die Verdauung

Normalerweise werden die mit der Nahrung aufgenommenen Proteione bei der Verdauung in Ihre Grundbausteine - die Amionsäuren  - zerlegt, bevor sie in die Blutbahnen gelangen.

Es gibt in der Natur nur 20 verschiedene Aminosäuren als Bausteine für Proteine - ganz egal, ob es sich dabei um Proteine von Pflanzen, Tieren, Bakterien oder Menschen handelt. Unterschiedliche Proteine unterscheiden sich also nur durch ihre Größe bzw. Länge und durch die unterschiedliche Anordnung ihrer Aminosäuren - egal welcher Herkunft - stellen daher für den Körper keine Fremdstoffe (Antigene) dar.

Die einzelnen Zellen der Darmwand sind normalerweise eng miteinander verbunden, so daß die Nährstoffe nur in ihre Bestandteile zerlegt ins Blut gelangen können. Wenn der Darm jedoch stark geschädigt ist, kommt es vor, dass größere Proteinstücke ins Blut gelangen. Diese wiederum stellen für das Immunsystem sehr wohl Antigene dar un d werden daher bekämpft.

Es wird angenommen, dass besonders die folgenden Eßgewohnheiten den Darm soweit schädigen können, dass auch größere Proteinstücke ins Blut gelangen können:

  • zuviel auf einmal essen
  • zu schnell essen und zu wenig kauen
  • bestimmte Nahrungsmittel zu oft essen
  • essen von Tiefkühlprodukten
  • essen von zu lange gekochten Nahrungsmitteln
  • essen von stark verarbeiteten Lebensmitteln
  • essen unter Streß
  • Alkohol trinken während des Essens

Das Abwehrsystem


Antigene (z.B. Proteinstücke, Bakterien) werden in unserem Körper von bestimmten weißen Blutkörperchen, den sogenannten B-Lymphozyten erkannt. Ein Teil dieser B-Lymphozyten wandelt sich nach dieser Erkennungsphase in Plasmazellen um. Diese Plasmazellen produzieren nun Antikörper (Immunglobuline), die genau auf das entsprechende Antigen abgestimmt sind, und geben sie ins Blut ab. Dort binden sich die Antikörper an die Antigene und bilden sogenannte Antigen-Antikörper-Komplexe, die dann vom Körper entsorgt werden. Heute nimmt man an, dass diese Entsorgung solange gut funktioniert bis der Körper zu sehr belastet wird. Dann kann die Entsorgung nicht mehr ordnungsgemäß durchgeführt werden und die Antigen-Antikörper-Komplexe werden in verschiednenen Geweben abgelagert. Diese Ablagerungen und die ständige Belastung des Immunsystems durch die Antikörperproduktion sind wahrscheinlich die Ursache für die Verschiedenartigkeit der Beschwerden.

Der zeitliche Ablauf


Bisher wurde im allgemeinen die Auffassung vertreten, dass Reaktionen der Allergietypen II und III innerhalb von einigen Stunden auftreten. Neuere Untersuchungen legen aber die Vermutung nahe, dass die Zeitspanne zwischen Aufnahme des Nahrungsmittels und Auftreten der Symptome bis zu einigen Tagen betragen kann.

Die beeinflußten Krankheiten

Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind an vielen sogenannten multifaktiorellen Erkrankungen beteiligt. Das heißt, sie sind nicht die alleinige Ursache für die Erkrankungen, spielen aber für deren Verlauf einen wichtige Rolle. Oft ist es bei multifaktioriellen Krankheiten so, dass verschiedene Auslöser zusammenwirken müssen bis eine Schwelle erreicht wird, ab der der Körper mit Krankheitszeichen reagiert. Daher reicht es oft zur Besserung, wenn man einen dieser Faktoren behandelt, da dass man wieder unter diese Schwelle gelangt.

Hier eine kurze Auswahl der Erkrankungen, die positiv beeinflußt werden können:

Hauterkrankungen:

Neurodermitis
Ekzeme
Psoriasis (Schuppenflechte

Magen-Darm-Erkrankungen:

chronischer Durchfall
chronische Verstopfung
Colon irritable

andere Erkrankungen:

Kopfschmerzen
Migräne
Asthma
Hyperaktivität
chronisches Müdigkeitssyndrom


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